Sven Bischoff, Chef und Teamplayer mit Herz für Start-ups

Die Kelten hätten es bestimmt probiert – das Bier der Privatbrauerei Bischoff in Winnweiler. Seit 150 Jahren braut das Unternehmen Bier, seit anderthalb Jahren zusätzlich Craftbiere. „Es waren keine wirtschaftlichen Beweggründe, Craftbiere auf den Markt zu bringen. In Deutschland bedienen sie nur eine Nische. Wir wollen mit den Bieren unsere Braukompetenz zeigen“, sagt Sven Bischoff, der das Unternehmen in fünfter Generation leitet. India Pale Ale, Triple Pale Ale, Falkensteiner Weizenbock und Dry Hopped Wheat sind alles kaltgehopfte Biere, heißt, sie werden normal gebraut und nach der Gärung gibt der Braumeister Hopfen ins kalte Bier, der dann sein besonderes Aroma freisetzt. Der Hopfen stammt teilweise sogar aus Übersee. Das Triple Pale Ale ist Sven Bischoffs Lieblings-Craftbier. Seine Bitterwerte sind nicht zu herb, und es ist fruchtig und komplex. „Eine Rarität in Deutschland ist unser Falkensteiner Weizenbock. Das Bier mit Aromen von reifen Bananen, Südfrüchten und Nelken hat einen höheren Alkoholgehalt als andere Biere und dadurch mehr Geschmack.“

Bis zu einem Vierteljahr dauert es, bis eine neue Sorte entsteht. Ein Mitarbeiter des mittelständischen Unternehmens hat sich extra zum Bier-Sommelier ausbilden lassen. „Wir sind ein eingespieltes Team“, antwortet Bischoff auf die Frage, wer denn entscheidet, wann ein Bier gut ist. „Es reicht nicht, wenn das Bier mir selbst schmeckt, Braumeister und Sommelier entscheiden mit.“

Seit kurzem brauen die Bier-Experten aus Winnweiler für ein Hamburger Start-up ein alkoholfreies Proteinbier. „Der Aufwand ist hoch, aber das Bier kommt sehr gut an, wir liefern in 14 Länder“, sagt Bischoff. Mittlerweile gibt es davon sogar schon eine zweite Grapefruit-Variante.

Der Großteil der Craftbiere geht ins Ausland. In Italien, Frankreich und vor allem China ist das Bier aus der Pfalz besonders gefragt. Wer wissen will, wie es gebraut wird, kann an einer Betriebsführung teilnehmen. Danach gibt es im Bräustübchen etwas Herzhaftes zu essen und natürlich Bier zu trinken. Oder Sie machen es wie Sven Bischoff, schnappen sich einen gut gefüllten Picknick-Korb und suchen sich ein schönes Plätzchen mit Blick auf den Donnersberg.

Sven Bischoff von der Brauerei Bischoff
Sven Bischoff leitet in fünfter Generation die Privatbrauerei Bischoff. Klar, ist er der Chef, aber wenn’s um Geschmacksfragen geht, spricht sein Team mit. Besonders gern trinkt Bischoff ein Bier bei einem Picknick mit Blick auf den Donnersberg