Volker Schledorn, Waldkenner, Pfad-Finder und Nacht-Schwärmer

Charlies Augen sprechen Bände: Wann geht es endlich los, fragt der Labrador- Rottweiler-Mischling mit ungeduldigem Hundeblick sein Teilzeit-Herrchen Volker Schledorn. Ungeduldig, weil Charlie weiß, dass es gleich in den Wald geht, Teilzeit, weil Volker Schledorn den Hund bei Freunden ausleiht. „Manche Teilnehmer meiner Touren bestehen darauf, dass Charlie mitkommt“, sagt Schledorn mit einem Schmunzeln. Der Wald, den Charlie so gern durchschnuppern will, ist der Stumpfwald oder wie Schledorn schwärmt: „ein Traum von einem Wald, durchzogen von vielen Quellen und mit zum Teil urwaldähnlichem Charakter. Hier leben sogar Wildkatzen. Ich hatte das seltene Glück, eine zu sehen.“ Schledorn kennt dieses besondere Stück Natur wie seine Westentasche. Seit Jahren zeigt er Naturbegeisterten das Gebiet um den Eiswoog bei Ramsen.

Ganz früher führten viele wichtige Handelswege durch das Gebiet. Damals hieß der Wald Stampe, weil die Leute fest aufstampfen mussten, um auf den recht steilen Hängen Halt zu finden. „Diese Wege existieren noch. Teilweise sind es Hohlwege, die sich tief ins Erdreich eingegraben haben. Oft sind sie durch alte Mauern abgestützt.“ Entlang dieser nahezu unbekannten Pfade, führt der 55-Jährige seine Gruppen. Unbedingtes Muss ist ein Stopp beim Stumpfwaldgericht „Neun Stühle“, das an die alten Waldrechte der Neunmärkergemeinden aus dem 14. Jahrhundert erinnern soll. „Diese neun Gemeinden entlang des Eisbaches haben bis heute Rechte am Stumpfwald. Bei den damaligen Gerichtsfällen ging es meist um Waldfrevel. Hatte jemand beispielsweise verbotenerweise Holz an andere Orte verkauft, tagte das Stumpfwaldgericht. Entweder musste der Angeklagte eine Strafe zahlen oder er kam in die Betzenkammer, wie man damals den Knast nannte“, erzählt Schledorn.

Einer von Schledorns Lieblingsplätzen im Stumpfwald ist der Eiswoog. Sein Geheimtipp: In der Zeit zwischen Juni und September nachts zum Eiswoog zu fahren. „Da es wenig künstliches Licht in Richtung Süden gibt, kann man von dort wunderbar die Milchstraße und die Sterne sehen.“

Volker Schledorn im Stumpfwald
Volker Schledorn liebt es, durch den Stumpfwald zu streifen. Als Palatinascout führt er Gruppen über die ab- gelegensten Pfade. Glücklich macht es ihn auch, von dort die Milchstraße am Pfälzer Nachthimmel zu beobachten.